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Was nützt die beste Informationstechnik, wenn sich die Menschen nichts zu sagen haben?

Reinhard Schrutzki (dt. Computerspezialist)

Amazon Echo Dot

Derzeit ist mit der „digitalen Sprachsteuerung“ ein neuer Trend dabei, von Amerika nach Europa herüber zu schwappen. Das Thema war z.B. auf der Consumer Electronics Show im Januar 2017 in Las Vegas ein wichtiger Punkt. Aktuell sind einige global player im Technologieumfeld dabei, dieses Feld mit entsprechend Geräten und Diensten zu besetzen, u.a. Amazon mit „Alexa“, Apple mit „Siri“, Google mit „Assistant“ oder Microsoft mit „Cortana“.

Die kommerziellen Aussichten scheinen glänzend zu sein, die Prognosen von Experten zu steigenden Verkaufszahlen überschlagen sich förmlich. Vereinzelt sehen Experten sogar den Untergang der bisher geläufigen grafischen Oberflächen (=> Informationen dazu bei Heise).

Wir haben uns zum Selbsttest für die Amazon Echo Geräte mit „Alexa“ entschieden. Nachfolgend einige Erfahrungsberichte von Teammitgliedern unserer Agentur.

Praxisbericht von Roland:

Das Aufstellen und die Einbindung der Geräte in das Heimnetzwerk dauern nicht lange. Relativ schnell ist das Gerät z.B. per Bluetooth mit einem Lautsprecher oder Receiver gekoppelt, um einen besseren Sound zu bekommen. Nun kann man Alexa schon die ersten Fragen stellen oder virtuelle Einkaufslisten füllen, z.B. „Alexa, wie ist das Wetter in München?“, „Alexa,  füge Nudeln zu meiner Einkaufsliste hinzu“, „Alexa, was steht auf meiner Einkaufsliste?“, „Alexa, erzähl mir einen Witz“.

Das macht anfänglich Spaß, die Begeisterung lässt jedoch schon schnell nach. Um den Spaß- und Nutzfaktor zu erhöhen, lassen sich in der kostenlos erhältlichen Alexa App sog. „Skills“ für Alexa nachrüsten. So habe ich mir beispielsweise einen Antenne Bayern Skill nachgerüstet. Damit ist es nun möglich, verschiedene Musikstreams von Antenne Bayern direkt per mündlicher Anweisung zu öffnen, z.B. „Alexa, spiele Chillsound von Antenne Bayern“, „Alexa, spiele Rockantenne von Antenne Bayern“. Das wiederum macht dann schon wieder mehr Spaß.

Allerdings muss man feststellen, dass von den ca. 500 derzeitigen Skills aus meiner Sicht nur ein sehr geringer Prozentsatz wirklich brauchbar sind. Zudem muss man sich mit jedem neuen Skill neue Befehle merken. Das kann schnell unübersichtlich werden. Und wenn Alexa zunehmend antwortet, „Entschuldigen Sie, ich habe ihr Frage nicht verstanden“, dann lässt der Spaß auch schnell wieder nach.

Ein wirklich wichtiger Punkt scheint mir jedoch zu sein, dass Alexa keinen Ein- und Ausschalter hat. Sie ist quasi immer auf Bereitschaft und wird mit den Schlüsselwörtern „Alexa“, Echo“, „Computer“ oder „Amazon“ aktiviert.

Zu diesem Thema ist in der => n-tv Webseite folgendes zu lesen:

Auf jeden Fall falsch ist wohl die Annahme, der Echo würde permanent alle Gespräche mitschneiden. Wie das Labor von „Computerbild“ bestätigt, sendet das Gerät erst Sprachdaten zu Amazon, nachdem ein Nutzer „Alexa“ gesagt hat. Ansonsten hört der Echo zwar tatsächlich zu, um auf Befehl bereit zu sein. Fällt aber das Schlüsselwort „Alexa“ nicht, löscht er aufgezeichnete Geräusche nach 3 Sekunden wieder automatisch. Will man auch das nicht, kann man die Mikros über einen Schalter auf der Oberseite komplett abschalten. Ein Amazon-Sprecher sagte n-tv.de, die Lösch- und Blockier-Funktion würden Datenschützern auch noch glaubwürdig demonstriert.

Ob diese Demonstration schon erfolgt ist, kann ich gegenwärtig nicht sagen.

Praxisbericht von Sven

Durch den allgemeinen Hype rund um Smart Homes und virtuelle Assistenten habe ich mich Anfang des Jahres auf die Warteliste für Amazon Echo setzen lassen. Zwei Wochen später konnte ich dann auch schon mein Echo bestellen.
Verarbeitung und Aussehen sind prima, man kann das Echo problemlos in beliebigen Räumen aufstellen und benötigt lediglich WLAN und eine Steckdose (es gibt auch kleine Akku-Pods, um auch mal abseits einer Steckdose aktiv zu sein).

Sehr positiv überrascht war ich von der einfachen Zugänglichkeit. Die Befehle sind meist intuitiv zu formulieren und funktionieren sehr gut. Auch wenn laute Musik läuft, reagiert das System gut auf die Sprache – teilweise auch zu gut, da die aktuell laufende Fernsehwerbung für Echo auch das in der Nähe stehende Gerät aktiviert. Dazu gab es ja Berichte aus den USA, bei denen Puppenhäuser durch einen Nachrichtensprecher bestellt wurden. Dazu gleich ein Tipp: In der App unbedingt die „Einkäufe über Echo erlauben“ Funktion abstellen. Kinder finden das garantiert raus…
Meine Kinder (2 und 6) benutzen „Alexa“ sehr gerne, da es eben so einfach ist, direkt die Lieblingslieder zu hören. Allerdings ist die exakte Bedienung für Kinder schwieriger. Der Satz „Alexa, spiele Mia and Me von Spotify“ erscheint ihnen wohl noch nicht so logisch. Aber selbst schlecht ausgesprochene Liedtitel werden gut verstanden.

Abseits von Musik und Lichtsteuerung (Philips Hue) habe ich aber noch keine Applikationen mit Mehrwert für mich entdeckt. Die Phantasie ist groß, Skills sind recht einfach zu entwickeln, da tut sich sicherlich noch was. Momentan ist für mich spannend zu sehen, wie diese Technologie Einzug ins tägliche Leben nimmt und wohin die Reise geht. Wir werden bei Netzakzent auch Versuche mit eigenen Skills unternehmen, dazu später mehr.

Praxisbericht von Alexander

Beim Einrichten ging es bei mir gleich mit Problemen los: Zwar hat die erste Direktverbindung zwischen iPhone und Echo Dot gut geklappt, aber nach dem Eingeben der Zugangsdaten für mein WLAN ging es erstmal nicht weiter. Nach etwas Herumprobieren, hat schließlich erst ein Neustart des Echo geholfen. Im Anschluss hat das weitere Einrichten mit der zugehörigen App auf dem iPhone gut funktioniert.

Nach der Verknüpfung von TuneIn können auf Zuruf alle dort verfügbaren Radiosender angehört werden. Auch bei Amazon gekaufte und über Prime erhältliche Musik ist einfach abrufbar. Das funktioniert recht gut, sofern der gewünschte Interpret keinen zu ausgefallenen Namen hat. Bei der Gruppe „Rökysopp“ hat es ein paar Versuche gebraucht, bis Alexa mich verstanden hat.

Über den Punkt „Tägliche Zusammenfassung“ kann eine Auswahl an Nachrichtenseiten hinzugefügt werden, die dann auf Anfrage wiedergegeben wird. Für mich wird erst die „Tageschau in 100 Sekunden“, und dann der lokale Wetterbericht vorgelesen.

Bei anderen allgemeinere Fragen bietet Alexa nur bedingt brauchbare Antworten. Wann das nächste Schaltjahr ist konnte sie mir mitteilen, wann die Sommerferien starten allerdings nicht.

Meistens nutze ich das Gerät zum Abspielen von Musik. In den „Skills“ ist mir bis jetzt nichts begegnet, das Abläufe sinnvoll zu vereinfachen scheint. Auch eine Kommunikation zwischen meinem Homekit kompatiblem Thermostat Eve Thermo und Alexa ist nicht möglich.

Zwar gibt es in der jetzigen Form noch vieles was die digitalen Sprachassistenten nicht können, aber das Potential ist groß und ich bin gespannt welche Möglichkeiten es in Zukunft geben wird.

Kontakt

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